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Auf der Suche nach Gott 9
Die Vollkommenheit
des Gemäldes eines Künstlers,
das Strahlen eines
menschlichen Gesichts,
die Großartigkeit einer Landschaft –
Worte können
keins von diesen
je befriedigend wiedergeben:
Man muss sehen können!
Kapitel 9
Wie kann ich ein Glied der Familie Gottes werden?
Anfang der vierziger Jahre letzten Jahrhunderts machte die Medizin auf dem Gebiet der Augenchirurgie große Fortschritte. Es war jetzt sogar möglich, die Hornhaut eines gerade Gestorbenen auf das Auge eines Blinden zu verpflanzen. Dr. Sangster erzählte uns, wie er Zeuge des Ergebnisses der ersten erfolgreichen Hornhautverpflanzung war.
Es war in England, lange vor Sonnenaufgang, als Dr. Sangster zwei Personen zu den wundervollen Surrey Downs begleitete. Die eine war eine Frau, die blind geboren war, die andere ihr Augenarzt. Während des ersten Tages nach der Operation hatte man die Augen der Patientin mit mehreren Verbänden völlig vor jedem Licht geschützt. Diese hatte man nach und nach entfernt. Sie hatte bereits eine ihr neue Lichtempfindlichkeit bemerkt und war ganz aufgeregt. Und jetzt, vor Sonnenaufgang, sollte der letzte Verband von den Augen dieser Frau, die nie gesehen hatte, weggenommen werden.
Der Sonnenaufgang, die Sonne wurde gerade am Horizont sichtbar, hätte nicht wunderbarer sein können. Die Schatten wurden kürzer und grüne Blätter spiegelten den Umriss ihrer zarten Schönheit auf dem Hintergrund morgenfrischer Herrlichkeit. Vögel hüpften auf der Suche nach ihrem Frühstück auf dem feuchten Rasen herum. Die ganze Szene bot einer Frau, die zum ersten Mal in ihrem Leben sehen konnte, das erlesenste Vergnügen. Unter ihr über die Wange rollenden Tränen rief sie aus: »Sie haben versucht, es mir zu beschreiben, aber ich konnte es mir nie so herrlich vorstellen!« In stiller Ehrfurcht saß sie dann vor der Herrlichkeit der göttlichen Schöpfung.
Wie würden Sie die Farbe Rot einem Menschen beschreiben, der nie gesehen hat? Oder das Dramatische eines Sonnenuntergangs einer Person, deren Augen nie auf Licht reagiert haben? Es wäre völlig unmöglich. Worte, die sich auf sichtbare Schönheit beziehen, haben wenig Bedeutung, wenn sie das Ohr einer Person erreichen, die zum Sichtbaren keinen Beziehungspunkt hat. Die Vollkommenheit des Gemäldes eines Künstlers, das Strahlen eines menschlichen Gesichtes, die Großartigkeit einer Landschaft - Worte können keins von diesen je befriedigend wiedergegeben. Sehvermögen ist notwendig.
Man begegnet derselben Schwierigkeit, wenn ein Gläubiger einem Ungläubigen geistliche Schönheit klarzumachen versucht. Ich unterhielt mich einmal mit einem Studenten, der sich am Guy's Hospital in London auf seine Abschlussprüfungen vorbereitete, und versuchte ihm das Wunder der Liebe Gottes zu erklären. »Ich kann das einfach nicht begreifen«, erwiderte er. Ich verstand das, ging aber in meinem Gespräch etwas weiter. »Nein, ich glaube, Sie können das nicht begreifen, denn Sie sind wie ein Mensch, der in einem dunklen Raum lebt. Ich weiß, was das bedeutet; ich habe auch in geistlicher Dunkelheit gelebt, aber jetzt bin ich draußen, wo die Sonne der Liebe Gottes scheint. David,« sagte ich, »wenn Sie die Liebe Gottes verstehen wollen, dann müssen Sie den dunklen Raum verlassen und ins Licht Seiner Sonne kommen.« An dem Tage kniete David nieder, um den Herrn Jesus zu bitten, ihm seine Sünden zu vergeben und in sein Leben zu kommen. Ich werde nie vergessen, was er sagte, als er sich von den Knien erhob: »Ich hätte nie gedacht, dass es so wunderbar sein könnte!«
Genau wie das Auge die Schönheit der Schöpfung Gottes dem Menschen vermittelt, so vermittelt das geistliche Auge der menschlichen Seele die Wirklichkeit der Gegenwart, Macht und Liebe Gottes.
Nachdem Jesus zum Himmel aufgefahren war, stellte Er, durch den Apostel Johannes sprechend, der Gemeinde der Stadt Laodicea eine überraschende Diagnose bezüglich ihres geistlichen Zustandes. Er sagte zu ihr: Du weißt nicht, dass du »blind bist.« (Offenbarung 3,17) Kann man sich einen Blinden vorstellen, der sich seines traurigen Zustandes nicht bewusst ist? Nach der Diagnose auf geistliche Blindheit geht Jesus weiter und verschreibt ein Heilmittel: Kaufe dir »Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest« (Vers 18). Wie wichtig ist diese Verschreibung! Geistliche Blindheit bedarf einer geistlichen Augenoperation, die das Werk des heiligen Geistes ist.
Als Sie zum ersten Mal geboren wurden, war es eine leibliche Geburt. Aber die gab Ihnen keine geistlichen Augen und kein geistliches Verständnis. Wenn Sie den Weg aus geistlicher Dunkelheit zur »Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes« (2. Korinther 4,6) finden wollen, müssen Sie ein zweites Mal geboren werden. Jesus sagt zu Nikodemus:
Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. (Johannes 3,6.7) Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
(Johannes 3,3)
Wenn Sie also das Reich Gottes sehen wollen, müssen auch Sie von neuem geboren werden.
Wie jeder andere Mensch sind Sie mit einem von Gott gegebenem Vakuum in Ihrem Leben in diese Welt hinein geboren und dieses Vakuum schreit danach, gefüllt zu werden. Diese geistliche Leere kann nur gefüllt werden durch die in Sie hineinkommende und bleibende Gegenwart des auferstandenen Heilands. Wenn Sie Ihn als Heiland in Ihr Leben aufnehmen, erfüllt sich der Zweck und die Notwendigkeit Seines Todes in Ihrem Leben. Er starb nicht, um Ihnen nur Ihre Sünden zu vergeben; Er starb, damit Ihr Herz zu einem geistlich reinen Ort werde, wo Er wohnen kann. Und es ist notwendig, dass Ihnen Ihre Sünden vergeben werden, ehe Er in Ihrem Herzen leben kann.
Während ich mit einem jungen afrikanischen Gläubigen sprach, fiel mir auf, wie sehr es ihn drängte, die frohe Botschaft von Jesus den jungen Leuten seines Landes zu bringen. In der folgenden Woche musste ich fast zweihundert Pastoren in der Bibel unterweisen, und so lud ich ihn ein mitzumachen. Obwohl wir mehrere hundert Kilometer von dem Ort, wo sich die Pastoren treffen sollten, entfernt waren, schlug ich ihm vor, mit dem Bus auf den langen holperigen Straßen die Reise zu unternehmen, um uns dort zu treffen. William kam recht erschöpft an, war aber sehr froh, mehr über Gott und Sein Wort zu hören. William hatte die Fahrt in jenem überfüllten Bus nicht gemacht, um nur eine Reise zu machen. Die Busfahrt war selbstverständlich die Möglichkeit, zur Konferenz zu kommen. Doch der eigentliche Zweck war das, was ihn am Ende seiner Fahrt erwartete.
Es ist ganz ähnlich mit Jesus. Er weiß, dass Sie nur in Gemeinschaft mit Ihm leben können, wenn er Ihnen eine Möglichkeit zeigt, von der Sünde frei zu werden. Obwohl Sündenvergebung notwendig ist, so ist doch Ihr neues Leben in Christus und die Möglichkeit der Gemeinschaft mit Gott Sein höchster Wunsch für Sie. Können Sie sich da mit weniger zufrieden geben? Letztlich ist doch die persönliche Beziehung zu Christus der eigentliche Grund, weswegen wir geschaffen wurden.
Zu wissen, dass Christus in Ihrem Herzen lebt, heißt, hier schon zu wissen, dass das ewige Leben bereits begonnen hat. Die Gegenwart Christi in Ihnen bringt Sein Leben in Ihr Leben.
Und das ist das Zeugnis: dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. (1. Johannes 5,11.12)
Es ist darum
nicht überraschend, dass der Medizinstudent David ausrief, nachdem
er Jesus gebeten hatte, ihm seine Sünden zu vergeben und in sein
Leben hereinzukommen: »Ich hätte nie gedacht, dass es so
wunderbar sein könnte!«
Aber wie?
Als die Leute Petrus über das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu reden hörten, gab Gott ihnen das Verlangen, den Heiland kennen zu lernen. Der Heilige Geist tat für sie, was er auch für Sie tut. Sie hörten Petrus sagen, dass Jesus Herr («Kyrios« - Jahwe) und der Messias Gottes ist. Und dieses neue Wissen um die Person Jesu verursachte in ihnen ein übermächtiges Gefühl der Betroffenheit und der Heilsnotwendigkeit. Als sie darüber nachdachten, mit welcher Gleichgültigkeit, sogar Ablehnung sie dem Gekreuzigten, dem Heiland selbst, begegnet waren, fuhr’s ihnen durchs Herz, und sie fragten: »was sollen wir tun?« (Apostelgeschichte 2,37).
Petrus' unmittelbare Antwort war die Ermahnung, Buße zu tun. Ohne Buße ist der Glaube kein echter Glaube; er ist nur eine Selbsttäuschung. Der rettende Glaube umfasst sowohl eine Haltung des Vertrauens als auch eine Gesinnungsänderung.
Wenn Sie in einfachem Vertrauen Jesus für das danken, was Er am Kreuz für Sie getan hat, dann hat sich in Ihrer Einstellung Gott und der Sünde gegenüber eine dramatische Veränderung vollzogen. Erst dann nimmt der Heilige Geist seine geistliche Augenoperation vor, und Ihr Verstand fängt an, Dinge mit anderen Augen zu sehen. Tatsächlich bedeutet das Wort Buße »Sinnesänderung«. Eine echte Erfahrung der Wiedergeburt schließt also ein grundsätzlich neues Denken über Gott und Sünde ein.
Bezüglich Gott: Die Buße (Sinnesänderung) lehnt jede falsche Gottesvorstellung ab. Ich habe in Afrika Menschen gesehen, die sich zu Jesu bekehrten, schwer mit den Verlockungen ihres früheren Lebens und ihrer heidnischen Sitten kämpften, und dann öffentlich ihre Fetische verbrannten. Andere, die ich gut kannte, waren großem Druck von Seiten der Gesellschaft ausgesetzt, wurden sogar bedroht und waren in großer Gefahr, wenn sie sich von einer Religion oder Gesellschaftsform abwandten, die dem Gott der Bibel nicht gehorsam war. Ein rettender Glaube muss in der festen Überzeugung verwurzelt sein, dass Jesus Jahwe ist, der einzige Gott.
Bezüglich Sünde: Wenn Sie durch den Glauben Rettung erfahren, dann werden Sie sich mit Trauer und Scham Ihrer Sündhaftigkeit bewusst. Ihre Sinnesänderung (Buße) bezüglich Sünde bedeutet, dass Sie Ihre Sünden nicht länger ignorieren; Sie versuchen nicht mehr, Ihre Sünden zu entschuldigen; und sie haben auch keine Hoffnung mehr, dass Ihre Gerechtigkeit Sie retten wird. Vor einem heiligen Gott ist »alle unsre Gerechtigkeit... wie ein beflecktes Kleid«. (Jesaja 64,5) Aber wenn Sie sich zu Jesus hinwenden, werden Sie das Bedürfnis haben, sich von all den Dingen in Ihrem Leben, die Ihm missfallen, abzuwenden.
Stellen Sie sich einmal einen Armeeunteroffizier auf Urlaub vor. Eines Tages erhält er zwei Briefe. Der eine ist von einem Freund, der andere von seinem Kompaniechef. Der erste Brief enthält eine Einladung zur Hochzeit seines Freundes, aber der andere den Befehl von seinem Vorgesetzten, sich zum Dienst zurückzumelden. Da ist schon ein großer Unterschied zwischen einer Einladung und einem Befehl. Eine Einladung kann höflich abgelehnt werden, aber ein Befehl verlangt entweder Gehorsam oder bedeutet Rebellion.
Da Gott Sie liebt und weiß, dass die Sünde Ihr Leben zerstören wird, lädt er Sie nicht ein, Buße zu tun: er befiehlt Ihnen, Buße zu tun. Als Paulus seine Ausführungen in Athen beendete, schloss er mit den Worten: »Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun«. (Apostelgeschichte 17,30) Und »alle« schließt Sie mit ein.
Wenn Sie sich von Ihren irrigen Vorstellungen über Gott abwenden, und auch von Ihren persönlichen Sünden, indem Sie sich im Glauben Jesus zuwenden und Ihn zu Ihrem Erlöser erklären, dann ist es das große Wunder, dass der Heilige Geist in Ihrem Herzen bewirkt, sowohl »das Wollen als auch das Vollbringen« (Philipper 2,13) der Dinge, die in den Augen Gottes richtig sind. Gott verspricht also denen, die willig sind, Buße zu tun, sowohl das Verlangen wie auch die Kraft, den Willen Gottes zu tun. Erst dann wird Ihr Leben die ihm von Gott zugewiesene Erfüllung finden.
Als einer, dem Ihr Wohl am Herzen liegt, möchte ich Sie eindringlich bitten, den Herrn Jesus Christus ohne Aufschub anzunehmen. Suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen, wo Sie vor Ihrem Gott niederknien können. Wenn Sie Worte nur wie ein Papagei wiederholen, wird Ihnen das nichts nützen. Das Entscheidende ist, dass Sie sich im Glauben Jesus zuwenden, der sagt: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich«. (Joh 14,6)
Es wäre gut, wenn Sie jetzt Ihre Augen schlössen und mit dem Herzen Ihre eigene persönliche Antwort beteten. Das nachstehend vorgeschlagene Gebet mag Ihnen hierbei eine Hilfe sein.
MEIN GEBET
O Gott, ich habe Dich nicht gekannt, auch habe ich Dich nicht geliebt. Ich danke Dir, dass Du mich immer gekannt hast und immer geliebt.
Ich bin ein Sünder und kann nichts tun, um mir meine Rettung selbst zu verdienen. Im Glauben komme ich zu Dir, Herr Jesus, und bitte Dich um Deine Vergebung! Ich bekenne, dass ich ein Sünder bin und dass ich meine Sünden bereue. Ich danke Dir, Herr Jesus, dass Du für mich gestorben bist, und für die reinigende und Leben gebende Kraft Deines kostbaren Blutes. Im Glauben stelle ich jetzt mein Leben unter den Schutz dieses kostbaren Blutes.
Komm bitte in mein Herz, Herr Jesus, und übernimm die Führung in meinem Leben.
Ich danke Dir, Herr Jesus, dass ich jetzt wiedergeboren bin. Es ist wundervoll zu wissen, dass ich durch Deine Auferstehungskraft ein Kind Gottes bin und ewig mit Dir leben werde.
»... und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« (1. Petrus 2,6)
Jetzt erzählen Sie jemandem, was Sie gerade getan haben. Denken Sie daran, dass Christus in Ihnen lebt, und dass Er die Stärke ist, die Sie brauchen, von Ihm zu sprechen und für Ihn zu leben:
Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. (Römer 10,9.10)
Ein Brief aus der Slowakei
„Liebe Freunde, ich habe gerade das interessanteste Buch, das ich je in meinem Leben gelesen habe, beendet: Auf der Suche nach Gott. Der Herr Jesus hat mit angenommen, und ich habe ihm mein Leben gegeben. Ich möchte, dass auch alle meine Freunde diese Freude haben, und darum bitte ich sie, ob ich ein oder zwei Bände bestellen kann, um sie an andere auszuleihen.
„Ich danke Ihnen, dass Sie das Evangelium und das Geschenk, gerettet zu sein, in mein Leben gebracht haben...Wir haben einfach nicht gewusst, dass es so ein ausgezeichnetes Buch gibt.“
Übersetzt und eingereicht von J.A.
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Zum Nachdenken
1. Wie können Sie am besten Ihre Dankbarkeit für ein kostbares Geschenk ausdrücken: Indem Sie sagen: »Gib es mir bitte!«, oder wenn Sie sagen: »Ich danke dir«? 2. Ist es Ihr Gefühl oder Ihr Glaube, was Ihnen die Sicherheit gibt, ein Kind Gottes zu sein? »Denn aus Gnade seid ihr selig Geworden durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.« (Epheser 2,8) 3. Ist ein Bestandteil Ihres Glaubens an den Herrn Jesus: die Reue? das Gefühl der Dankbarkeit? die Haltung totaler Abhängigkeit von Ihm? 4. Wollen Sie jetzt nicht Gott für Ihre Rettung danken, und den Herrn Jesus nicht nur für das preisen, was Er für Sie getan hat, sondern auch für das, was und wer Er ist? |